Aus dem Leben eines Autors…

…also aus meinem Leben.

Manchmal kann ich es echt nicht mehr hören. „OhAh, Du bist Autorin. Da hast Du ja ausgesorgt und viel Zeit“

Also ich hab ja Vorbilder. Ingrid Noll zum Beispiel oder Cornelia Funke sind klare Erfolgsvorbilder, dennoch werd ich (noch) nicht mit denen in einem Atemzug genannt und ich habe weder ausgesorgt noch viel Zeit oder liege auf dem Sofa bis mich die Muse küßt.

Auch in meinem Leben gibt es einen Alltag mit Haushalt, Kindern, Schule, Hobbies, Sorgen, Nöten, Krankheiten und Verpflichtungen und das muß auch in meinem Leben bewältigt werden, so daß erst einmal gilt: Als Autor brauchts Disziplin!

Eigentlich ist es nämlich so, dass ich genauso einen Arbeitstag habe, in meinem Fall den einer alleinerziehenden working-mom mit den etwas anderen Kindern, wie jeder andere Mensch auch. Nur ist mein Weg zur Arbeit etwas kürzer-quasi von der Haustür an den Schreibtisch und DAS muß man sich erst mal bewußt machen.

Auch ich habe lange mit Gedanken gekämpft wie „eben noch die Spülmaschine einräumen, Wäsche anstellen, durchsaugen und DANNNNN…das WC entkalken, aber DANNNNN….an den Schreibtisch und schwupps, war mir die Zeit und damit Arbeit und Geld davon gelaufen.

Und das hat mich nicht genervt, nein, es hat mich verzweifeln lassen, weil ich gar nicht wahrgenommen habe, warum es mit dem Schreiben nicht klappen wollte. Warum? Na, weil mir DISZIPILIN und KONSEQUENZ gefehlt haben.

Konsequent zur Arbeit zu gehen und nicht zwischendurch Facebook checken, Whatsap aufrufen uväm…oder gehst DU morgens vor der Arbeit erstmal noch in ein Cafè, um dann 2 Stunden später auf der Arbeit zu erscheinen, machst von dort Deine Wäsche und surfst dann im Internet? Ich denke, Dein Boss würde Dir gepflegt auf die Füße treten.

Als Autor bist DU Dein Boss. Und es war ein langer und schmerzlich-trauriger Weg zu erkennen, dass ich mich an dieser Stelle selbst sabotierte. Hinzu kam, dass ich mir ein mordsmäßiges Pensum abverlangte. Genau DAS, weshalb ich ja doch mittlerweile berufsunfähig wurde.

Ich glaub ohne Carina Seewald wär ich da wohl nie drauf gekommen.

Heute ist es so, dass ich bei der Geburtstagsfeier bei meiner Freundin Ute das allererste Mal in meinem Leben auf die Frage „und was machst DU so beruflich“ antwortete: „Ich bin Autorin. Mein Erfahrungsbericht und praktischer Ratgeber ist bereits erschienen und mein Roman kommt im November“ – und weißt Du was? DAS hat sich RICHTIG und RICHTIG GUT angefühlt. Warum? Weil ich es bin!

Ich gebe zu, ich habe mich zu meiner beruflichen und privaten Leidenschaft coachen lassen und es war eine Offenbarung.

Ich habe zu mir gefunden und kann heute kraftvoll sagen ICH BIN …und fühle es auch durch die Erkenntnis:

happyIch bin

das sagt schon ein altes Sprichwort: „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und NÖ ich find das nicht NUR schön…manchmal ist es schön mal zu jammern und manchmal möcht ich dann auch schreien DU/DAS/SIE sind schuld, aber Tatsache ist:

Ich bin Autorin.

Und wenn ich das fühlen und erleben will, dann muß ich wie jeder andere zur Arbeit gehen-auf dem direkten Weg und nein, ich krieg nicht allein fürs morgendliche Aufstehen und über LOS gehen mal eben 4000 Euronen.

Deshalb ärgern mich solche Sätze wie eingangs beschrieben!

Ich bin Autorin, ja.

Ich stehe morgens auf, gehe ins Bad, rüsch mich auf für den Tag, versorge meine Kinder und fahre dann zur Arbeit-an meinen Schreibtisch, bis die Kinder aus der Schule abgeholt werden müssen und dann wartet da noch der schon erwähnte Alltag.

Ein Autorenleben ist nicht anders wie das Leben eines anderen Menschen.

Die einzige mögliche Besonderheit teilt ein Autor auch wieder mit anderen, nämlich: Die Sorgen und Zweifel der Selbstständigkeit. Aber das ist ein anderes Thema.

Wir lesen uns wieder.

Denn ich bin Frau Wort 🙂

SAM  -Simone Anja Melzer-


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