SAM hat´s gelesen: Der erwartungsfreie Weg

20160925_185505[1]Der aufmerksame Leser meiner Homepage und/der Abonnent meiner Facebook-Seite weiß es längst: Ich bin im Alter von 4 Jahren dem Pferdevirus verfallen und vor 2 Jahren unter recht dramatischen Umständen zu einem eigenen Pferd gekommen.

Ich hatte irgendwann einen sehr schweren privaten Unfall. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich klassisch englisch ausgebildet worden. Im Laufe meiner sehr langen Genesungsphase musste ich zB. auch neu Laufen lernen und es war klar: Aufs Pferd steigt sie nie wieder. Warum? Ganz einfach, in der laaaangen Zeit der Regeneration kam ich zum Nachdenken und mein Wollen am Pferd änderte sich zu einem Sein mit Pferd.

Das ist der Reiterwelt auch heute noch ziemlich unorthodox und ich habe mir in den zwei Jahren, in denen ich selbst Pferdebesitzerin bin wirklich einiges und tatsächlich alles andere als Schmeichelhaftes zu mir und meinem Hoppa unserem Umgang, Tempo und Erwartungen anhören müssen.

Daher war ich sehr gespannt auf das Buch von Günter Wiencke „Der erwartungsfreie Weg“, dass eben seinen gemeinsamen Weg mit seiner Stute Mino beschreibt.

Wer jetzt eine Anleitung erwartet, wie macht mans, dass das Pferd macht was ich will, die 1000 und 1ste neue Art Horsemanship zu betreiben und eine schrifltiche Lösung für alle Probleme bei Pferd und Reiter sucht vergeblich.

Es ist viel mehr ein Mutmachbuch weit weg von allen Vorschriften und reiterlich-gesellschaftlichen Konventionen einen Weg des Herzens mit seinem Pferd zu gehen. Für Günter bedeutete das nicht nur Mino aus dem Schulpferdbetrieb zu erlösen sondern sie als eigenständiges Individuum anzusehen, mit einem Kopf, eigenen Gedanken, Lebens- und Handlungsvorstellungen kennenzulernen und besonders Mino so zu akzeptieren und zu lieben. Liebe bedeutete für die beiden, dass es hier wirklich um ein Miteinander ging, wie man es unter Menschen finden kann: „hey, ich würd heut gern mit dir ne Stunde auf der Nachbarwiese sitzen, hast Du Lust?“ und wenn Mino aber eben als Antwort genüsslich in ihrer Herde an der Heuraufe stehen bleiben wollte, auch das hinzunehmen. Für mich ist das logisch-ich würde ja auch nicht mit Gewalt ins Kino gezerrt werden wollen, wenn ich lieber auf der Couch sitzen will…Günter ging aber noch einen Schritt weiter. Er läd Mino nicht nur zu Aktion und einfach so Sein ein, er nimmt auch als aufmerksamer Beobachter ihre Vorschläge an, gemeinsam auf IHRE Art Zeit zu verbringen.

Das klingt jetzt romantisch-lustig und ist doch ein langer Prozess des Zueinanderfindens gewesen basierend auf Respekt und Vertrauen, was eindeutig voraussetzt, die eigenen Erwartungen und die der (Reiter-) Gesellschaft ablegen zu können und tief ins Fühlen zu gehen.

Günter Wiencke schildert auf den ersten Seiten, wie Mino und er aufeinander Treffen und dann regelrecht aneinander und miteinander in ein neues, ein anderes Leben wachsen.

So ist der Stil eher tagebuchartig gehalten, liest sich aber flüssig und man kann Günter und Mino regelrecht zusammen auf der Wiese liegen sehen…

So empfehle ich dieses etwas andere Pferdebuch jedem Pferdeliebhaber der das Gefühl hat, nicht so richtig in der sogenannten Reiterwelt einen Platz zu haben, als Mutmacher über das eigene Gefühl zu einem neuen Pferdeverstand und- herz zu kommen.

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Günter Wiencke

Der erwartungsfreie Weg

Equaleyes Verlag

ISBN 978-3-7323-4125-2

 

Wir lesen uns!

Denn ich bin Frau Wort 😉

Ich bin SAM

 

 

 

 


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